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Heimwerker laufen Gefahr bei Renovierungsarbeiten gefährliche Asbestfasern einzuatmen

Asbestgefahr: “Eine Faser reicht”

“Bereits vor rund 70 Jahren wurden die Asbestose und Lungenkrebs bei Asbestbelastung als beruflich bedingt anerkannt. Später zeigten Studien, dass ein Pleuramesotheliom als Krebs des Brustfells sehr häufig durch Asbestkontakt der Betroffenen bedingt ist. Auch das Risiko für Kehlkopfkrebs steigt.

Seit einiger Zeit weiß man: Bei Frauen kann auch Eierstockkrebs durch Asbestfasern ausgelöst werden. Das Risiko für andere Krebserkrankungen kann nicht völlig ausgeschlossen werden, gilt aber als nicht ausreichend belegt.

Gefährlich ist Asbest durch seine Eigenschaft, Fasern freizusetzen. Werden diese eingeatmet, können sie bei entsprechender Länge und Dicke tief in die Lunge gelangen und noch in das angrenzende Gewebe vordringen, sogar bis ins Bauchfell und die Eierstöcke. Der Fachbegriff dafür lautet “lungengängig” oder “gewebegängig”.

Asbest ist jedoch extrem beständig: Es löst sich in Säuren oder Laugen praktisch nicht auf. Es schmilzt erst bei sehr hohen Temperaturen. Und der Körper kann es nicht biologisch abbauen:

Die Lunge und das umliegende Gewebe sind insgesamt kaum in der Lage, diese Fasern wieder abzubauen oder auszuscheiden. So wird Asbest zum Auslöser chronischer Entzündungen. Das Gewebe reagiert mit Vernarbung.”

Quelle: www.krebsinformationsdienst.de

Kurzzeitige oder geringe Asbestexposition kann zu Rippenfellkrebs (Mesotheliom) führen

“Durch Asbest verursachtes Mesotheliom des Rippenfells, des Bauchfells oder des Perikards (Herzbeutels):

Das bösartige Mesotheliom zumeist des Rippenfells war in den achtziger Jahren noch eine eher seltene Krebsform, steigt seit dem aber stetig an.

Diese Erkrankung kann bereits bei zeitlich eng begrenzter Exposition oder geringer Konzentration auftreten.

Die mittlere Latenzzeit liegt bei ca. 30 Jahren, minimal kaum unter 20 Jahren, maximal bis über 60 Jahre, was die Beurteilung einer Asbestexposition für die zurückliegenden Jahre sehr erschwert.”

Quelle: https://www.bgbau.de/fileadmin/Medien-Objekte/Medien/Broschuere_Flyer/asbest.pdf

sie sind potentiell gefährlich, wenn Sie eine Faser Asbest einatmen. Eine Faser reicht

Prof. Dr. Andrea Tannapfel – Leiterin Mesotheliomregister Ruhr-Uni Bochum

Ein EU-Entschluß zum Thema Asbest bestätigt, das bisher noch kein Schwellenwert ermittelt wurde, unter dem Asbest nicht mit einem Krebsrisiko verbunden wäre

“A. in der Erwägung, dass alle Arten von Asbest gefährlich sind und die gesundheitsgefährdende Wirkung von Asbest dokumentiert wurde und entsprechende Vorschriften erlassen wurden;

in der Erwägung, dass die meisten gesundheitsschädlichen Folgen eingeatmeter Asbestfasern erst Jahrzehnte nach der Exposition auftreten;

B. in der Erwägung, dass eine durch die Europäische Kommission beauftragte Expertengruppe bereits 1977 zu folgendem Schluss gekommen ist: “Es gibt keinen abstrakten Nachweis für eine Expositionsschwelle, unterhalb welcher es nicht zum Entstehen von Krebs kommt. Eine sichere Expositionshöchstgrenze wurde für Asbest nicht ermittelt”;

in der Erwägung, dass diese Stellungnahme im Laufe der Jahre durch alle relevanten wissenschaftlichen Beratungsgremien bestätigt worden ist, in der Erwägung, dass vor Gericht allgemein anerkannt wird, dass es keine bekannte Expositionsschwelle für Asbest gibt, unterhalb der kein Risiko besteht;

C. in der Erwägung, dass es in Richtlinie 1999/77/EG heißt: “Bisher wurde noch kein Schwellenwert ermittelt, unter dem Chrysotilasbest nicht mit einem Krebsrisiko verbunden wäre”, und “Ein wirksames Mittel zum Schutz der menschlichen Gesundheit besteht darin, die Verwendung von Chrysotilasbestfasern sowie von Erzeugnissen, die diese Fasern enthalten, zu untersagen”;

D. in der Erwägung, dass bei Bevölkerungsgruppen, die sehr geringen Mengen an Asbestfasern, einschließlich Chrysotilfasern, ausgesetzt waren, ein erhöhtes Krebsrisiko beobachtet wurde;”

Quelle: https://www.kanzlei-leistikow.de/asbest_eu_entschluss.php

Asbestsanierung birgt wirkliche Gefahren 

“Die Mehrheit der Mitbürger hat dagegen Angst vor einem Risiko von 1:1 000 000 (wenn überhaupt existent), durch Asbest in einer Schule Krebs zu entwickeln, und verlangt die sogenannte “Asbestsanierung”, obwohl gerade dadurch erst wirkliche Asbestgefahren hervorgerufen werden können.

Quelle: https://www.aerzteblatt.de/archiv/5134/Plutonium-Eine-toxikologische-Bestandsaufnahme

Vorgaben zur Asbestsanierung wurden 2012 verschärft

“Trotz eines jahrelang bewährten Ausbauverfahrens ohne zusätzliche Faserfreisetzung, bei dem Vinyl-Asbest-Platten ausgebaut und der asbesthaltige Kleber unter einer Versiegelung in der Wohnung verblieb, verschärfte das Berliner Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit (LAGetSi) im Juli 2012 seine Ausbauvorgaben.”

Neues Ausbauverfahren gefährdet Arbeitnehmer und angrenzende Wohnbereiche

“Seit dem 11. Juli 2012 verschärfte die Berliner Gewerbeaufsicht LAGetSi die Ausbauvorschriften, die beim Ausbau von asbesthaltigen Vinyl-Asbest-Plattenbelägen nun auch den Ausbau des Klebers mittels Schleifverfahren vorsehen. Nach eingehender Analyse sind diese Vorgaben nicht sachgemäß.

Bei erheblich höherem technischen und finanziellen Aufwand führen die nun geforderten so genannten “Verfahren geringer Exposition” zu erhöhter Freisetzung von Asbestfasern beim Abschleifen.

Dies gefährdet nicht nur die Arbeitnehmer, die mit diesen Verfahren den Kleber ausbauen, sondern durch die entstehende Staubentwicklung auch angrenzende Wohnbereiche.”

Quelle: https://www.haufe.de/immobilien/wohnungswirtschaft/qualitaet-bau-planung-ausfuehrung-abnahme-schadstoff/ueberzogene-anforderungen-bei-entfernung-von-asbestprodukten_260_212556.html

Zunehmende Asbesterkrankungen im Privatbereich

“Beispiel Heimwerker: Sie schlagen Eternitplatten vom Dach ihres Holzschuppens ab. Sie nehmen Radiatoren von der Wand, die mit Asbestfasern isoliert sind. Oder sie versuchen Kacheln von der Wand zu entfernen, die mit asbesthaltigem Kleber angeklebt sind.

Sie atmen dann also die Fasern ein, ohne es zu wissen und können sich dann auch nicht schützen. Und deswegen geht man davon aus, dass zwar die gewerblich assoziierten bösartigen Asbesterkrankungen leicht abnehmen, aber die zunehmen, die sie sich in ihrer Freizeit, also nicht beruflich, zugezogen haben.

Prof. Dr. Andrea Tannapfel – Leiterin Mesotheliomregister Ruhr-Uni Bochum

Mieter sind einer potenziell Tschernobyl-ähnlichen Gefahr ausgesetzt

“Asbest ist in der Gesellschaft ähnlich verankert wie Atommüll”

Martin Müller – Asbest – die tödliche Faser

Asbest und Plutonium besitzen sehr ähnliche Eigenschaften. Asbest kann vom Körper nicht mehr abgebaut werden, Plutonium nur schwierig.

Von beiden Schadstoffen reicht nur eine Faser / ein Partikel um eine lebensbedrohliche Krankheit hervorzurufen. Die Sicherheitsmaßnahmen bei der Handhabung sind ähnlich streng (siehe Sicherheitsvorkehrungen bei einer Asbestsanierung).

Mieter, die ohne zu wissen eine Wohnung mit asbesthaltigen Baustoffen renovieren, finden sich deshalb in einer ähnlich gefährlichen Situation wie jemand, der ohne Schutz einen radioaktiv verseuchten Ort betritt. Die Asbestgefahr wird oftmals unterschätzt. 

Asbeststaubwolke in New York nach 9/11 hat verheerende Folgen

400.000 Tonnen Asbest wurden im World Trade Center verbaut. Beim Einsturz wurden gefährliche Asbestfasern freigesetzt. Tausende Menschen sind seitdem erkrankt.

Das Durchschnittsalter eines Ersthelfers am 11. September liegt jetzt bei etwa 55 Jahren. 

Asbestgefahr – Fazit

Für viele scheint die Asbestgefahr (aufgrund der relativ langen Latenzzeit) abstrakt. Jede eingeatmete Asbestfasern kann jedoch verheerende gesundheitliche Folgen haben. Die Sicherheitsmaßnahmen für dem Umgang mit Asbest sind nicht umsonst sehr streng. 

Durch die fehlende Kennzeichnung von asbestbelasteten Wohnhäusern und der mangelnden Informationspolitik der Vermieter, sind Mieter noch immer einer hohen Asbestgefahr ausgesetzt. Vor allem, wenn eine Wohnung in Eigeninitiative renoviert wird

was tun?
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