Protest-Rap und offener Brief an Degewo

Februar 24, 2020
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Protest-Rap

Offener Brief an Degewo

Gericht hin oder her, Sie haben mir die Renovierung einer asbestbelasteten Wohnung genehmigt, OHNE mich auf die Asbestgefahr hinzuweisen und damit eine lebensbedrohliche Erkrankung einfach so in Kauf genommen. Das ist wohl das niederträchtigste, was man einem Menschen antun kann.

Und Ihnen reicht es anscheinend nicht, dass ich die Asbestwohnung einmal renoviert habe. Per Gerichtsbeschluss drohen Sie mir mit einer 4.000 Euro Gegenklage, da ich die Fliesen aus Flur und Küche nicht raus geklopft habe (darunter liegt vielleicht noch Asbestkleber), die Terrassendielen aus dem Balkon nicht entfernt habe (von wo soll ich bitte wissen, dass der Balkon keinen Asbestzement enthält?), die Küche nicht ausgebaut habe (die schon drinnen war), etc.

Ihrer Ansicht nach hätte ich die Wohnung de-facto ein zweites mal Asbest-sanieren sollen?

Ihr habt mich als billige Asbest-Sanierungskraft missbraucht und dabei gesetzliche Vorschriften umgangen und teure Sanierungskosten gespart. Das ist verwerflich.

Jede Argumentation Ihrerseits, die diesen menschenunwürdigen Umstand nicht in Betracht zieht, ist Zynismus.

Und der Vorwurf Ihrer Rechtsanwältin, dass ich "die Karte der Asbestbelastung gezogen" habe, weil ich keine Ablöse erhalten habe, ist einfach nur eklig. Das ist in etwa so, als würde man einer vergewaltigten Frau vorwerfen die “Rape-Karte” zu ziehen.

Aber das passt ja anscheinend gut zum Image der Degewo:

• DEGEWO-Mitarbeiter, die Unsinn behaupten (wir testen auf alle Schadstoffe diese Welt)
• DEGEWO-Anwälte, die mich als Täter und Opportunisten portraitieren
• DEGEWO-Pressesprecher, die im Fernsehen mit Zynismus Absurdes verkünden: bohr keine Löcher in die Wand, dann kannst du da gut drin wohnen

Und Ihrer Meinung nach, soll ich all das alles einfach so hinnehmen? Bitte erwarten Sie von mir nicht etwas, was Sie selber keine Sekunde tolerieren würden.

Sie haben mich und meine Familie in eine lebensgefährliche Situation gebracht, die konkrete gesundheitliche Folgen haben kann. Sie haben mir eine asbestbelastete Wohnung vermietet, die von Anfang an nicht wohnbar war und eine aufwendige Renovierung auf eigene Kosten genehmigt. Den Bauschutt sollte ich laut “Vereinbarung für bauliche Veränderungen” zudem selber entsorgen.

Das ich nun eine läppische Mietminderung gerichtlich erstreiten muss, ist nicht nur ein Armutszeugnis für die DEGEWO, sondern für jeden einzelnen von Ihnen, der in dieser Angelegenheit mitwirkt.

Jedes mal, wenn ich mich an die Renovierung der Wohnung erinnere und an die Art und Weise wie abscheulich Sie mit mir umgehen, werde ich etwas neues veröffentlichen. Sie haben absolut kein Einfühlungsvermögen und kein Mitleid gezeigt und deshalb kann diese Diskussion nur auf diesem Weg aufgearbeitet werden.

Der DEGEWO mein Vertrauen zu schenken, war der größte Fehler meines Lebens.

Mit freundlichen Grüßen,
Mario Kelek
DEGEWO-Asbestopfer*

*1991 bezeichnete DER SPIEGEL den westdeutschen Unternehmer, Herrn Hackel, als Asbestopfer, als er in seinem Geschäft in Ostdeutschland Asbest fand. Die westdeutschen Umweltexperten waren “bestürzt”. Aber 20 Jahre danach in der Graunstr. 7 (Westdeutschland) ist es OK, wenn ein Mieter eine Asbestwohnung bezieht, ohne vom Vermieter über die Asbestgefahr informiert zu werden? Schlimmer noch, der Vermieter genehmigt eine aufwendige Renovierung der Asbestwohnung, ohne auf die Gefahr hinzuweisen? Schlimmer noch, der Vermieter bezeichnet den Mieter vor Gericht als Täter und Opportunist, nur weil er das nicht auf sich sitzen lässt?

P.s. Zum Abschluss noch eine Info und ein Kommentar zu den manipulativen Vorwürfen der von degewo beauftragten Anwaltskanzlei:

asbestkarte gezogenzweite asbestsanierung

Bezüglich des Vorwurfs, dass wir uns strafbar gemacht hätten, weil wir Gespräche mit der degewo aufgezeichnet haben:

“Gesprächsteile, die nicht dem Kernbereich privater Sphäre angehören, können verwertet werden, wenn die Interessen der Allgemeinheit im Verhältnis zu den grundrechtlich geschützten Belangen der Gesprächspartner so überwiegen, dass eine Verwertung der Tonbandaufnahmen als zulässig anzusehen ist." 

Bayerisches Oberstes Landesgericht (BayOLG) - Urteil vom 20.01.1994 - Aktenzeichen 5 St RR 143/93

Bezüglich des Vorwurfs, die degewo hätte uns 2012 über Asbest in der Wohnung per Broschüre informiert, und das wir "unter Verletzung der zivil- und strafrechtlicher Vorschriften" den Boden aus der Wohnung entfernt haben: das ist schlichtweg gelogen und erfunden und gehört zu dem manipulativen Konstrukt, welches die Rechtsanwälte erfolgreich für die degewo aufgebaut haben.

Die Tatsachen wurden von den Rechtsanwälten so verdreht und manipulativ dargestellt, dass die Richter anscheinend den Durchblick verloren haben. Zusätzlich wurde ich von den Rechtsanwälten noch als Täter und Opportunist dargestellt.

Die Taktik ist aufgegangen. Meine PKH-Anträge wurden vom Amtsgericht und Berliner Landgericht abgelehnt, obwohl die Beweislage eindeutig ist. Die Wohnungswirtschaft muss hoch erfreut sein, wenn sogar so ein gravierender Fall anscheinend vor Gericht wenig Aussicht auf Erfolg hat.

  1. Solange Asbest verbaut ist, passiert gar nichts. Erst, wenn Fasern frei gesetzt werden, wirds eng. Aber woher wollen das Wessis bei ihrer Bildung auch wissen? Es muss denen dennoch wie ein Wunder erscheinen, dass die Ossis, die jahrzehntelang mit Asbest in allen möglichen Varianten gelebt haben, noch immer nicht ausgestorben sind.

    1. Solange keine Fasern freigesetzt werden und man weiß, wo das Zeugs verbaut ist, ist es kein Problem. Na zum Glück hat die DDR dazu keine Statistik erhoben, die haben sich als Vorbild sicherlich den großen Bruder genommen (Sowjetunion), der hat das bei Tschernobyl genau so gehandhabt. Bei Asbest merkt es eh niemand, wenn wer nach 35 Jahren an Lungenkrebs stirbt. Der Zusammenhang muss ja erst mal festgestellt werden. Und bei Mietern die nicht wissen, dass sie Asbest in Ihrer Wohnung hatten und diese vielleicht noch renoviert haben, ist es praktisch unmöglich den Zusammenhang zu finden.

  2. Wikipedia: "Unter einer kriminellen Vereinigung im Sinne der Vorschrift versteht man einen auf Dauer angelegten Zusammenschluss von mindestens drei Personen, dessen Zweck oder Tätigkeit darauf gerichtet ist, Straftaten zu begehen."

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